Nadja Frank
Rock Shop II
29. März - 16. Mai 2014

Nadja Frank, Rock Shop II
29. März - 16. Mai 2014

Rock Shop II ist die zweite Einzelausstellung von Nadja Frank in der Galerie Conradi. Die in New York lebende Künstlerin hat in den letzten Jahren überwiegend in den Wüsten Nord - und Mittelamerikas an verschiedenen Projekten gearbeitet, und dabei unter anderem eine umfangreiche Sammlung von Steinen zusammen getragen. Daraus ist eine Serie von Siebdrucken entstanden, die sie zusammen mit einer in der Galerie produzierten Installation zeigt. Die Bedingungen von Malerei, Skulptur und das Prozesshafte im Umgang mit Landschaft und dem öffentlichen Raum sind Aspekte, die bereits bei einer im Marmor Steinbruch von Carrara umgesetzten Malerei wie 44° 05’ N 10° 08’ E ZIDO erkennbar wurden und die Nadja Frank seitdem in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung konstant fortgeführt hat.

Die Ausstellung ist klar in drei Elemente gegliedert, die als Annäherungen einer genre-übergreifenden künstlerischen Praxis auf unterschiedlichen Ebenen Bezug zueinander aufnehmen: Auf den Siebdrucken sind einzelne Steine aus der Sammlung der Künstlerin abgebildet. Deren Kennzeichnungen im Titel wie zum Beispiel rock19 (White Sands/New Mexico) geben Aufschluss über den jeweiligen Fundort des Steins – ein Verweis auf die systematische Arbeitsweise des Sammelns von Objekten. Der Prozess der Archivierung, Kategorisierung, Abbildung und die serielle Präsentation bringen die gefundenen Steine auf eine Realitätsebene mit Exemplaren, die in so genannten Rock Shops als Souvenir erworben wurden sowie mit nachgebildeten Steinen und Brocken, die die Künstlerin aus eigenen, temporären Skulpturen herausgeschlagen hat.

An der gegenüber liegenden Wand lehnen mehrere an einfachen Holzlatten befestigte und monochrom bemalte Bildtafeln. Not Now But Later ist eine Installation, die auf den ersten Blick an Protest-oder Hinweisschilder denken lässt, die man zusammengeräumt und abgestellt hat. Nebeneinander betrachtet, verschmelzen die natürlichen Farbpigmente auf den Bildflächen von warmen Erdtönen und metallischen Blautönen zu einer mehrfarbigen Horizontlinie oder zu einem Monumentalgemälde über das Licht und die Farben der Wüstenregionen im Südwesten der USA – dort, wo vereinzelt in der verlassenen Landschaft stehende Schilder eine Lokalisierung im Raum vorgeben. Die Installation reagiert auf den Ausstellungsraum: Aus einer Vielzahl unterschiedlicher vor-und nebeneinander platzierter Flächen bestehend strebt diese malerische, skulpturale Komposition hin zu einer Markierung und gleichzeitigen Ausdehnung in die Weite. Von der Bildfläche ausgehend vollzieht sich eine Öffnung in den dreidimensionalen Bildraum hinein, in eine gestaffelte Anordnung, in eine Andeutung von Landschaft.

Das Moment des Übergangs setzt sich in der Skulptur The Moon Moves 1 Inch a Year Away from Us weiter fort. Auf einfachen Ytong Sockeln ruhen zwei mit unterschiedlichem Material gefüllte Vitrinen. Während in der unteren Vitrine die Reaktion zwischen Wasser, Sand, Beton und Pigment zum Zeitpunkt der Ausstellungseröffnung abgeschlossen ist und eine Schüttung aus verschieden farbigen Schichten hinterlassen hat, bleibt in der zweiten Vitrine die Entwicklung unabgeschlossen: Aus Salz, Goldpigmenten und Wasser bilden sich goldene Salzkristalle, die an einem Jute Seil hoch zur Decke der Galerie wachsen. Hier geht es primär um das Sichtbarmachen von Entstehungsprozessen, die im Verlauf der Ausstellung weiter fortschreiten und eine flüchtige Horizontlinie in den Ausstellungsraum zeichnen.

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